Das Gedankenexperiment, Teil 2

Letzte Woche hatte ich mich zu einem Gedankenexperiment entschlossen. Ich wollte über eine ganze Woche, also bis heute, keine negativen Gedanken und Gefühle zulassen.

Die meiste Zeit hat es ganz gut geklappt, aber an der einen oder anderen Stelle bin ich doch eingebrochen. Wenn sich äußere Einflüsse, die einem nicht gefallen, mit eigenen Unpässlichkeiten wie Müdigkeit oder Schmerz zusammentun,  dann ist es eine echte Herausforderung, positiv zu bleiben. Am Mittwochabend kam der Tiefpunkt mit einer kleinen depressiven Phase. Geholfen hat ein längerer Spaziergang. Danach war die gute Laune wieder zurück.

Auf jeden Fall werde ich weiterhin meine Gedanken und Gefühle bewusst im Auge behalten, um diese nicht unkontrolliert ausufern zu lassen. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass es problematisch ist, negative Emotionen über einen längeren Zeitraum zu unterdrücken. Manchmal wollen sie einfach raus und das ist auch gut so. Sie zeigen, dass irgend etwas nicht stimmt und möglicherweise eine Änderung notwendig wird. Allerdings sollte man Entscheidungen über tiefgreifende Änderung nicht gerade dann fällen, wenn man sich in einem emotionalen Sturm befindet. Mir hilft Bewegung, Gehen oder Laufen, zum Lösen von inneren Knoten und um den Kopf frei zu bekommen.

Der rote Teppich

Gestern Abend hatte ich einen interessanten Gedanken bzw. ein interessantes Bild vor Augen:

Roter Teppich

Rainer Sturm / pixelio.de

Das Universum hat mir einen roten Teppich ausgelegt, auf dem ich auf meinem Lebensweg voranschreite und die Bilder links und rechts des Weges betrachte. Ich bleibe stehen, studiere das eine oder andere Bildnis genauer, hinterfrage, wie ich in Bezug darauf fühle und reagiere.

Ich habe meinen eigenen Pinsel dabei. Damit kann ich selbst Hand an die Motive legen, hier und dort etwas verändern und wenn ich zufrieden bin, gehe ich weiter.

Hin und wieder verzweigt sich der Weg. Dann entscheide ich, wo ich lang möchte und zwar ohne Furcht vor Gefahren oder Konsequenzen, denn Bilder sind Bilder. Ich entscheide, ob ich mich durch sie verletzt fühle oder nicht.