Eigentlich braucht untenstehende Grafik keine Erklärung. Es ist deutlich zu sehen, wer an den Kriegen profitiert und daher kein Interesse daran hat, dass die großen Krisenherde und Kriegsgebiete auf unserem Planeten zur Ruhe kommen.  

Deutschland steht auf der Exportliste auf Platz 4 

Statistik: Marktanteile am Export von konventionellen Waffen nach Nationen im Zeitraum von 2010 bis 2014 (kumulierter Wert) | Statista
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Tamera

Ein sehr interessantes Interview über die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft „Tamera“. Ich habe heute das erste Mal davon gehört und bin beeindruckt von den Ansätzen, die hier gelebt werden.

KenFM im Gespräch mit: Martin Winiecki und Juliane Eckmann

Kurz-Krimi schreiben

Ich habe über meinen Schreiblehrgang die Aufgabe erhalten, einen Kurz-Krimi zu schreiben. Nun bin ich überhaupt kein Krimi Fan und Detektiv-Geschichten finde ich furchtbar langweilig. Seit drei Tagen zermartere ich mir den Kopf über den Inhalt meiner neuen Kurzgeschichte. Vergeblich.

Ich könnte ja einen schönen Grusel-Krimi schreiben oder einen Gespenster-Krimi. Ich könnte auch einen Katzen- oder Hunde-Krimi schreiben. Oder ein Wald- und Wiesen Krimi. Ein Kollegen-Krimi. Ein Lübeck-Krimi. Ein Sport-Krimi. Ein Nonsens-Krimi. Ein Feierabend-Krimi, oder einen Cyber-Crimi… Trotzdem bleiben der Täter, das Opfer und das Motiv im Dunkeln.

Deshalb habe ich die allwissende Müllhalde Google gefragt und darüber bin ich auf eine Kreativ-Technik gestoßen: Den Morphologische Kasten. Diese Kreativ-Technik wurde von Fritz Zwicky erfunden, der für jede Aufgabenstellung ein Ordnungssystem schaffen wollte, mit dem alle sinnvollen Lösungen systematisch gefunden werden können.

Dazu muss man

1. Parameter definieren
2. Ausprägungen für jeden Parameter finden
3. Kombinationen wählen

Ich habe also eine Tabelle mit den Parametern Täter, Opfer, Tatort, Tatwaffe und Motiv eingerichtet. Unter jeder Überschrift habe ich verschiedene Möglichkeiten geschrieben, die mir gerade einfielen. Und dann habe ich über Excel jeweils eine Zufallszahl ermittelt.

Ergebnis: Ein Taxifahrer hat den Gärtner in einer Kirche aus Langeweile vergiftet.

Na toll. Und was soll das für eine Geschichte werden? Eine Kriminalkomödie vielleicht?


Täter Opfer Tatort Tatwaffe Motiv
Ehemann Ehefrau Küche Beil Eifersucht
Ehefrau Ehemann Wohnzimmer Gift Liebe
Kollege Kollege Kino Pistole Habgier
Chef Chef Straße Messer Langeweile
Gärtner Gärtner Disko Hände Wut
Postbote Postbote Garten Auto Mutprobe
Freund Freund Kirche    
Pastor Pastor Taxi    
Kellner Kellner Fluss    
 Wirt Wirt Schlafzimmer    
Taxifahrer Taxifahrer Badezimmer    
Geliebte/r Geliebte/r      
         

Glaube nichts auf bloßes Hörensagen hin; glaube nicht an Überlieferungen, weil sie alt und durch viele Generationen bis auf uns gekommen sind; glaube nichts auf Grund von Gerüchten, oder weil die Leute viel davon reden; glaube nicht, bloß weil man dir das geschriebene Zeugnis irgend eines alten Weisen vorlegt; glaube nie etwas, weil Mutmaßungen dafür sprechen oder weil langjährige Gewohnheit dich verleitet, es für wahr zu halten; glaube nichts auf die bloße Autorität deiner Lehrer und Geistlichen hin.

Was nach eigener Erfahrung und Untersuchung mit deiner Vernunft übereinstimmt und zu deinem eigenen Wohle und Heile wie zu dem aller anderen Wesen dient, das nimm als Wahrheit an und lebe danach.

~ Gautama Buddha (ca. 563-483 v. Chr.)

Feddersen und das Grauen in Pelz

Feddersen ist ein Mann, der immer pünktlich und ordentlich ist. Er lebt – nach außen hin –  ein ausgesprochen wohl geordnetes Leben. Er lebt nach der Uhr. Er steht jeden Morgen um die gleiche Zeit auf, kommt  um die gleiche Zeit in sein Büro, isst um die gleiche Zeit zu Mittag und geht um die gleiche Zeit schlafen. Was niemand ahnt: Feddersen leidet unter einer überstarken Angst. Er fürchtet sich davor, dass etwas Schlimmes geschehen könnte und er glaubt, wenn er sich nur an seine Ordnung und Pünktlichkeit hält, dass dann nichts passiert und alles gut ausgeht. Bis eines Tages alles aus den Fugen gerät…

An einem Donnerstag im November verließ Feddersen sein Büro pünktlich um 17:30 Uhr und stieg in den Bus der Linie 60. Wie gewöhnlich stieg er an der Haltestelle Mozartweg  aus und trat hinaus auf die Straße. Er ließ das Haltestellen-Wartehäuschen, das still und verlassen im dichten Nebel verharrte, links liegen und machte sich auf den achtminütigen Fußweg nach Hause. Feddersen sog hörbar die kalte, feuchte Novemberluft in seine Lungen während er voranschritt. Merkwürdig ruhig war es heute. Die grauen Nebelschwaden verschluckten jegliche Farbe. Dunkel und abweisend säumten die Einfamilienhäuser die Straße, die mit Rollläden geschlossenen Fenster in sich gekehrt, wie schlafende Augen. Feddersen schauderte. Kein Fußgänger kam ihm entgegen, kein Auto fuhr an ihm vorbei. Fand heute vielleicht ein wichtiges Fußball-Länderspiel statt und die Leute saßen alle drinnen vor den Fernsehern? Hohl klingende Satzfetzen wehten heran. Feddersen verlangsamte seine Schritte und lauschte. Die verzerrten Worte einer weit entfernten Lautsprecherdurchsage drangen an sein Ohr:“ … bleiben Sie … Fenster und Türen geschlossen … vermeiden Sie …“ Dann die Sirene eines sich entfernenden Polizeiautos. Feddersen beschleunigte seinen Gang und bog von der Goethe-Straße links in die Nord-Allee ab, als es auf der rechten, gegenüberliegenden Straßenseite laut schepperte. Erschrocken blieb er stehen und starrte gebannt auf eine umgekippte Mülltonne, deren Inhalt sich quer über den Fußgängerweg ergoss. Eine dunkle Gestalt mit zotteligem Fell erhob sich darüber und reckte die wuchtige Schnauze in die Höhe, um Witterung aufzunehmen. Feddersen trat einen Schritt zurück und verbarg sich hinter einem Trafokasten. Vorsichtig öffnete er seine Aktentasche, der Verschluss klickte verräterisch laut. Er tastete in der Tasche umher, während er den Bären nicht aus den Augen ließ. Seine Hand schloss sich um eine Dose Pfefferspray, die er bei sich trug, seit er im Sommer von Jugendlichen überfallen worden war.

Feddersen hörte, wie der Bär schnaubend und schmatzend die Tonnen durchwühlte, aber es war ein anderes Geräusch, das sein Blut vor Entsetzen gefrieren ließ. Schritte näherten sich und er kannte das Klackern dieser Stiefel. Jeden Tag um 18:05 Uhr traf er hier seine taubstumme Nachbarin auf ihrem Weg zur Nachtschicht. Jeden Tag gingen sie aneinander vorbei, während er ihr freundlich zunickte und sie ihm ihr Lächeln schenkte. Er hätte sie so gerne zum Kaffee eingeladen, aber er wusste nicht, wie er sie ansprechen sollte. Nun war sie in höchster Gefahr. Feddersen lugte vorsichtig über den Trafokasten. Auch der Bär hatte die klackernden Schritte gehört. Er wandte sich in die Richtung, aus der das Geräusch kam und ein tiefes Grollen entwich seiner Kehle.

Feddersen schüttelte sich vor Grauen. Er konnte sie nicht warnen. Selbst wenn er ihr zuriefe, würde sie ihn nicht hören können. Der Bär wird sie zerfleischen!

Das Trippeln kam fröhlich näher, eine zierliche Gestalt erschien unter dem Licht einer Straßenlaterne und blieb dort starr vor Schreck stehen, als sie den Bären erblickte, der nun auf sie zutappte.

Vor Entsetzen senkte Feddersen seinen Kopf und ging in die Knie. Dabei fiel sein Blick auf ein altes Feuerzeug in seiner Aktentasche und die beiden dicken Aktenordner. Zitternd hielt er das brennende Feuerzeug an das Papier in den Ordnern. Er achtete nicht darauf, dass die Flammen seine Hände versengten und auf die Ärmel seines Mantels übergriffen. Die brennende Aktentasche in der einen Hand und die Dose Pfefferspray in der anderen Hand sprang er aus seinem Versteck hervor und rannte schreiend auf den Bären zu, der sich irritiert zu ihm umdrehte. Feddersen warf die brennende Aktentasche in hohem Bogen und verfehlte den Bären nur knapp. Dieser vergaß die Frau und kam nun schnell auf Feddersen zu.

Feddersen warf dem Bären die Pfefferspraydose mit aller Kraft an den Kopf, drehte sich um und rannte. Vor ihm hörte er die Sirene eines Polizei-Autos, hinter ihm ein ohrenbetäubendes Brüllen. Er glaubte, bereits den heißen Atem des Bären im Nacken zu spüren als er stolperte, hinfiel und mit dem Kopf auf die Bordsteinkante schlug. Gnädige Schwärze umfing ihn.

Feddersen kam zu sich. Sein Blick fiel auf seine Nachbarin, die sich über ihn beugte. Sie lächelte ihn an. Verwirrt setzte er sich auf. Erst jetzt nahm er die vielen Menschen, und das Blaulicht wahr. Ein Sanitäter kniete an seiner Seite.

Ein Polizist erklärte Feddersen später, dass Anwohner die Polizei gerufen hatten. Als diese eintrafen, lag Feddersen bereits bewusstlos am Boden, während der ausgerissene Zirkusbär blind und jämmerlich brüllend im Kreis herumlief. Er hatte die Dose Pfefferspray zerbissen und sich damit selbst außer Gefecht gesetzt. Feddersen wurde vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert, begleitet von seiner hübschen Nachbarin. Drei Monate später zogen die beiden in eine gemeinsame Wohnung.