„Siehst Du, Momo“, sagte Beppo, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich.  Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals  schaffen, denkt man.“
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:  „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer
mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht  weniger wird, was noch vor einem liegt.  Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst,  und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr.  Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht  machen.“

Er dachte einige Zeit nach.  Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf  einmal denken, verstehst du?  Man muß immer nur an den nächsten Schritt denken, an den  nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.  Und immer wieder nur an den nächsten.“

Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:  „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine  Sache gut. Und so soll es sein.“
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:  „Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße
gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht  außer Puste.“
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig.“

Zitat aus „Momo“ von Michael Ende

 

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Ich denke, letztlich wird das Überleben der Menschheit davon abhängen, wie tolerant wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten, gepaart mit der Einsicht, dass die Verschiedenheit und Vielfalt der Gedanken, Kulturen und Religionen ein hohes Gut sind und gerade diese Kontraste uns voranbringen und helfen, uns selbst zu erkennen.

Wenn Du mit Furcht auf ein bevorstehendes Ereignis blickst und sich Dein Magen zusammenkrampft, dann werde Dir bewusst, dass es nichts gibt, was Dir Schaden zufügen kann. Nichts. Objektiv gesehen, spielt sich alles nur in Deinem Kopf ab. Wenn Du die Furcht hinter Dir lässt und gelassen auf das kommende Ereignis blickst, dann erkennst Du, dass dies die Gelegenheit ist, die Du Dir selbst gegeben hast. Die Gelegenheit, Dir selbst zu zeigen, wer oder was Du wirklich bist.